(02) Teth - Valbona

 


Wir schlafen in dem Zimmer direkt unter dem Dach. Zuerst ist es unertraeglich warm, die Klimaanlage sorgt aber dafuer dass wir bis zum morgen zu Bloecken gefroren sind. Wir sollen 7:30 Uhr zum Fruehstueck wieder drueben im Partyhof sein, denn schon um 7:50 Uhr faehrt der Shuttle-Bus nach Teth um uns zum Trailhead zu bringen. Ich habe ordentlich Kopfschmerzen. Ich weiss nicht genau wieviel Raki-Shots wir gestern trinken mussten. Wir benutzen meinen neuen Wasserfilter direkt aus dem Waschbecken und fuellen unsere Flaschen und schleuche auf.

Am Morgen nach der live-Musik.


zu lange Party gemacht letzte Nacht!

Die kleine Strasse zwischen Apartment und Partyhof ist wieder still geworden. Statt der Partygaenger ist jetzt eine Schlange Touristen-Teenager zu sehen, welche offensichtlich auch darauf warten mit dem Bus abgeholt zu werden. Nach ihrer Kleidung und den kleinen Rucksaecken zu urteilen geht es an den Strand. 

Auch fuer uns wird es Zeit! Die Rucksaecke haben wir bereits dabei. Noch 20 Minuten! Also werfen wir uns in Rekordzeit das Fruehstueck ein.

Fruehstueck im The Wanderers Hostel


Natuerlich haben wir uns umsonst beeilt. Der Bus kommt so 20 Minuten zu spaet.

Dann gehts eine kleine Strasse die Berge hinauf. Ausser uns ist noch ein Deutsches Maedel im Bus. Ich glaub Caroline. Wir quatschen etwas und sie empfiehlt uns Groenland. Wir denken eigentlich dass wir sie auf dem Trail immer wieder mal sehen muessten - dem ist aber nicht so. Der Busfahrer faehrt irgendwie noch ein paar mal hin und her und scheint etwas zu suchen, obwohl es so aussieht also ob wir bald im Tal sein muessten. Wahrscheinlich sollte er zwei Wanderer irgendwo abladen, wo er auch noch nicht war. Letztlich kommen wir aber in Teth an und laden unsere Rucksaecke aus. Teth ist ein richtiges Touri-Dorf. Nix besonderes ausser der Kirche weiter unten, welche wir erst bei unserer Rueckkehr sehen. Man sieht dass ueberall gebaut wird um am Anstieg der Touristenzahlen mitverdienen zu koennen. 
Die Schotter-Strasse ist staubig und es ist schon ordentlich heiss. Wir packen etwas um, schmieren uns mit Sonnencreme ein und laufen zunaechst zu einem "Mini-Markt" um uns etwas Wasser und Eiscreme zu kaufen. Caroline ist schon losgelaufen und wie gesagt bekommen wir sie auch nicht wieder ein. Sie will zelten, was wir zum Glueck in letzter Minute abgewaehlt hatten.

 
ein letztes "Vorher"-Bild.


Mittlerweile ist es 11 Uhr und die Sonne knallt so richtig schoen rein. Zunaechst geht es immer die Schotterpiste entlang.

Unser Ziel ist unten ausgeschrieben: Valbone. Der Schwierigkeitsgrad "Mittel" kommt mir angesichts der Hitze und Steigung im Laufe der Tagestour fast etwas untertrieben vor.


Die grauen Granitfelsen erinnern etwas an Yosemite. 


Die Badewanne voller kalter Getraenke ist einfach zuuu einladend. Wir machen unseren ersten Stopp schon nach nicht mal einer Stunde.


Eine Gruppe deutscher Wanderer sitzt bereits da und laesst sich auch mit Essen versorgen. Sie meinen wir sollen das selbst-gebackene Brot probieren. Aber wir hatten ja gerade erst Eiscreme und immernoch 1000 Hoehenmeter vor uns und belassen es bei einer Cola und Wasser. Die Wirtin erzaehlt dass ihre Familie mit dem Ferienhaus naechstes Jahr fertig sein will. Wir bezahlen (ich glaube 2 Euro pro Dose) und laufen weiter den Berg hinauf. Zuerst weiter in der prallen Sonne, spaeter kommen waldige Stuecken dazu.


Ich glaube dieser Esel hat es auch in Frank T.'s Reisefuehrer geschafft. Also der Links.


Es ist erstaunlich gruen in Albanien. Liegt wahrsacheinlich daran dass der Sommer erst losgeht.


Zeit fuer Kaffee

Die Aussicht ist toll und wir machen eine Pause im Schatten eines kleinen Baumes. Eine grosse
Gruppe junger Amerikaner ist in der Naehe und wir ueberreden ein Maedel sich meine verschwitze Kamera umzuhaengen und ein Foto von uns zu machen.


Gut verschwitzt



Blick zurueck Richtung Teth


Wir kaempfen uns weiter den Berg hinauf. Ich bin noch nicht einen Tag im Land und mein Magen rebelliert bereits gegen das vermutlich nicht ganz so saubere Wasser. Na dass kann lustig werden. Mit Durchfall und 20 Kilo Gepaeck 1000m hoch bei 35 Grad. 


Das letzte Wasserloch vor dem Pass

Am letzten Anstieg treffen wir ein junges Paerchen aus Belgien. Waehrend er noch freundlich zurueck gruesst, ist sie sichtbar fertig und faucht uns nur ein genervtes "Hi" zurueck. Der Aufstieg war aber auch krass, ich hab das Gefuehl schon ziemlich fertig zu sein. Hab aber trotz der Bauchkraempfe noch keinen Sprint in den Wald ansetzen muessen.


Immernoch gruen in Albanien



Am Pass


Nach etwas mehr als 7 km sind wir von 732m auf 1820m geklettert. Wir machen wie alle anderen ein Foto mit der albanischen Flagge und laufen ohne Rucksack noch ein Stueck weiter zu einem Gipfel, wo bereits die junge amerikanische Truppe Fotos macht. Die Jungs und Maedels laufen von hier zurueck waherend wir in das Valbone Tal hinab laufen und noch ein gutes Stueck vor uns haben.


Blick zum Abstieg in das Valbone Tal

Albanien


Das Valbone Tal - Der Fluss ist mittlerweile voellig ausgetrocknet


Das erste Highlight, die Aussicht ist echt super. 


wir treffen auf einen deutschen Wanderer der auch mit Zelt unterwegs ist. Er hat wohl den ganzen Trail schon fast hinter sich. 


Wasserstelle nach dem Abstieg

Mittlerweile habe ich 6 Liter getrunken seit wir losgelaufen sind.

Fast da?


Der Blick im Valbone Tal.

Im Tal treffen wir wieder etwas mehr Menschen. Ein alter Schafshirte und ein paar Touristen sind zu sehen. Spaeter treffen wir auch auf eine Gruppe deutscher Tageswanderer, welche von einer Fuehrerin mit schraffen Schritt die staubige Schotterpiste hinunter getrieben wird. Wir denken es kann nicht mehr sein, finden unsere Huette aber nicht.

 
Das Abendlicht im Tal ist echt toll. Wir sind aber mittlerweile echt platt und haben keine Lust mehr zu laufen. Unsere Huette haben wir immernoch nicht entdeckt und haben langsam Angst das wir sie verpasst haben und wieder zurueck laufen muessen.

wir treffen das belgische Paerchen wieder. Sie hat sich scheinbar eine Schulter aufgescheuert. Laeuft aber immernoch tapfer ihrem Helden hinterher. Wir haben jetzt die Huette im GPS gefunden und sehen sie auch am Hang. Aber der Weg dahin ist durch Stacheldraht versperrt. Wir muessen wieder zurueck.  Spaeter treffen wir sie tatsaechlich nochmal an und ich veralbere sie erstmal und sagen sie sind falsch abgebogen - was sie mir sofort glauben. Wir hangeln uns dem Stacheldraht entlang um irgendwie den Hang zu unserer Huette hoch zu kommen. Aus irgendeinem Grund liegt ein Vater mit seinem Sohn im ausgetrockneten Flussbett und weisst uns den Weg. Sonst ist Kilometerweit niemand zu sehen. Egal, wir versuchen den recht komplizierten Anweisungen zu folgen und gelangen ueber eine andere Huette und nochmals komplizierten Anweisungen und nochmal 20 Minuten querr durch den Wald und die Bueche zu unserer Uebernachtungs-Huette. An der anderen Huette konnten wir immerhin schon unsere Abendbrotbestellung aufgeben.


Unsere erste Huette.

Wir sind ausser einem jungen Paerchen aus England die einzigen Gaeste wie es scheint. Wir duschen erstmal. Es gibt kein Abendbrot hier. Aber wir hatten ja schon an der 15 Minuten entfernten Huette bestellt. Bis wir soweit sind daemmert es schon und wir nehmen die Englaender mit um ihnen den Weg durch den Wald und die Buesche zum Abendbrot zu weissen. Das Essen dort unten ist ausgezeichnet. Es gibt mehrere Gaenge und alles sieht hausgemacht und frisch aus. 

1.Gang

2. Gang


3. Gang

eine Art Blaetterteig Brot


Fleisch. Nicht ganz sicher was. Vielleicht Lamm?

Slovenisches Bier

Wir essen wirklich viel und gut. Es gibt noch ein suesses Dessert und wir machen uns durch den mittlerweile dunklen Wald auf zurueck durch die Buesche Richtung unserer Huette. Dabei sehen wir jede Menge Gluehwuermchen. 

Am Ende des Tages stehen 1.333m Anstieg auf 17.5km und 5:30h reine Laufzeit auf dem GPS. Wir sind ziemlich kaputt und schlafen doch alle nicht besonders. Erstaunlicherweise hatten wir auch alle drei keinen riesigen Hunger obwohl alles gut schmeckte. Vielleicht die Hitze und Anstrengung...


Unser Route am Tag 1. Man sieht das wir am Ende ein ganzes Stueck zurueck laufen mussten da die eigentliche Strasse mit Stacheldraht verschlossen war.

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