(03) Cerem - Doberdol

 



Frühstück bekommen wir direkt an der Hütte. Es ist aber eher etwas einfach zusammengestellt. Liegt sicher auch an dem Host, der sich glaub nicht mehr Stress macht als nötig. Für heute steht eigentlich ein grosses Stück der Wanderung direkt an der asphaltierten Strasse an und spater eine Schotterstrasse nach Cerem hinauf. Zum Glück kann uns der Host ein Taxi besorgen so dass wir uns bis Cerem fahren lassen und um dann den schöneren Teil von Cerem nach Doerdol zu wandern. Wenn man hier Taxi sagt, heisst dass, man bestellt nicht über eine Taxigesellschaft, sondern bei einem bekannten unseres Wirts. In diesem Fall erscheint ein vielleicht Mitte 20 jähriger Albaner und sein vielleicht 60-jaehriger Onkel. Der Onkel fährt den Mitsubishi Geländewagen während der jüngere den Dolmetscher macht.


Wie wir nun sehen war es eine sehr gute Idee das Stück bis Cerem zu fahren. Das erste Stueck geht wie gesagt an einer asphaltierten Strasse entlang und danach auf einer gerade im Bau befindlichen steilen, engen, und durch den Bau super staubigen Schotterpiste hinauf. Vor uns quaelt sich ein schwerer LKW den Berg hinauf und wir folgen in einer riesigen Staubwolke. Das haette keinen Spass gemacht hier hinauf zu wandern. In dem Gelaendewagen mit albanischer Musik ist es dagegen spannend, denn der juengere Albaner unterhaelt uns gut ueber die Entwicklung hier in der Gegend. Der Fahrer spricht nicht viel und antwortet auf die Fragen des juengeren entweder gar nicht oder nur mit einem kurzem Grunzen. Wir lernen spaeter dass er "po" Kurz ausgesprochen oder nr (no) sagt.

In Cerem angekommen halten die beiden bei einem Haus eines Bekannten, welcher - nach dem vor einem der Haeuser liegenden groesseren Anzahl an Rucksaecken - also auch Touristen beherbergt. Wir werden zu einem Tee im Gartenbereich eingeladen. Es ist jetzt nicht ganz 9:30 Uhr und unser so wenig redsamer Fahrer bekommt ein mittelgrosses Glass Wasser. Nur dass es kein Wasser sondern Raki ist. Vermutlich nicht sein erster heute wie wir den Kommentaren des juengeren entnehmen koennen. Ich glaub wir haben 50 Euro bezahlt fuer die Fahrt. Der Tee geht auf die Beiden und wir verabschieden uns. Sie sind aber so nett uns noch ein Stueck wieder zureck zu fahren bis zum eigentlichen Trail unten im Tal.





ab hier in Cerem geht es zu Fuss weiter

Austritts-Schuss-Loecher

Es geht erstmal wider steil bergauf. Es wird langsam wieder warm. Die Bremsen sorgen dafuer dass wir nicht zu lang verschnaufen. Kurz vor der Schotterstrasse gibt es eine kleine Huette mit Kuehlen getraenken. Drei Dosen Pfirsisch-Saft (aus Oesterreich) kosten 6 Euro.




Blick zurueck


Die Wege sind heute viel besser zu laufen, eher typische Trampelpfade ohne viele Steine. Dafuer ist die Sicht zunaechst nicht mehr ganz so spektakulaer.





Mittagspause hier am Rande zum Tal. Die meisten Hoehenmeter haben wir schon gemacht.


weiter Richtung Doberdol





Mittag


Frank B hat noch frei Kapazitaeten


Die Huetten auf dem Weg nach Doberdol sehen teilweise sehr einfach aus. Auch werden wir ab und zu gefragt ob wir nicht einen Kaffee haben wollen, aber wir sind langsam platt und wollen an unser Ziel was ja nicht mehr so weit entfernt sein kann.




Da hinten liegt Doberdol, unser zweites Ziel






Das Tal von Doberdol ist wie gemalt. Ueberall hoert man das gebimmel der Kuhglocken und das Maehen der Schafe. Die Huetten mit dem Blau-gruenen Daechern, rechts oben im Bild,  sind unsere Unterkuenfte fuer heute.





Im Camp bekommen wir wieder Zimmer 7, legen erstmal unsere Rucksaecke und Wanderschuhe zur Seite und geniesen den Sonnenuntergang im Tal. Es ist nicht viel Platz um nach Westen zu schauen und so setzen wir uns zu einem Wanderer der wie wir keine Schuhe mehr anhat und die letzten Sonnenstrahlen geniest. Da Frank B gut Hollaendisch spricht kommen wir schnell ins Gespraech und stellen uns dann auf Englisch als Frank, Frank und Frank vor, was uns Koen - welchen wir zusammen mit seiner Freundin Kyra nun noch oefter antreffen sollten - erstmal mit f*)! o&^! beantwortet :).  


Das Abendbrot ist wieder gut. Diese Unterkunft ist aber schon groesser Aufgestellt. Wir erfahren dass eine Nacht zu vor 70 Leute hier waren! Heute sind es vielleicht 30 die auf zwei Essensraeume aufgeteilt werden. Wir sitzen mit mehreren Paerchen an einem Tisch. Eins aus Kanada, eins aus den USA (Seattle), den Hollaendern Koen and Kyra und einem Paar aus Schweden.

Getraenkeautomat (auf Vertrauensbasis) in Albanien



Das interessanteste im Camp sind die Toiletten und Duschen. Beides jedenfalls eine neue Erfahrung. Die Toiletten bestehen nur aus einer Porzelanplatte mit Loch im Boden. Daneben steht ein Art Besen ohne Stiel. Dazu eine Art Messbecher unter einem Kleinen Wasserhahan nahe am Boden. Man muss sich also mutig uber das Loch hocken, zielen und versuchen ohne Kraempfe in den Oberschenkeln zu entspannen. Danach kommt der kleine Messbecher mehrfach zum Einsatz bis die weise Porzelanplatte wiede weiss erstrahlt. Die Dusche ist noch abenteuerlicher. Die hinteren beiden Tueren der Huette links oben im Bild sind eine Kombination aus den beschriebenen Loechern im Boden und einer Dusche. Ich ziehe mich also aus, stelle mich unter die Dusche und suche nach dem Wasserhahn. Es gibt aber keinen! Nur den Duschkopf. Am Ende des kleinen Raumens, hinter dem Loch im Boden, ist aber eindeuttig ein Durchlauferhitzer zu erkennen. Er hat eine LED-Temperaturanzeige, welche aber aus ist. Auch gibt es zwei kleine Stellraeder. Vermutlich zum Einstellen der Temperatur. Man kann dran drehen aber es passiert nix. Ich kratze mir etwas radlos den Kopf. Vermutlich ist der Strom aus. An der Unterseite des Durchlauferhitzers finde ich einen kleinen Kippschalter. Das muss es sein! Klick! Nix! Ich suche weiter, finde aber nix. Es gehen doch aber auffaellig viele blaue Plastikrohre zum Erhitzer. Warum es so viele sein muessen ist mir nicht ganz klar. Sieht aus als waere alles mehrfach verlegt wurden. Ich ueberlege mich wieder anzuziehen um die anderen zu Fragen wie das Ding funktioniert. So richtig habe ich aber keine Lust und dachte ich kann auch Kalt duschen und lege den Wasserriegel an einem der blauen Rohre um - und siehe da ploetzlich geht der Durchlauferhitzer an und das Wasser laeuft. Der TUeV haette diese Konstruktion niemals abgenommen und spaeter erfahren wir dass jemand beim Suchen nach dem Licht schalter einen Elektroschock bekommen hat.

wieder 1100 Hoehenmeter geschafft, kein Wunder das wir staendig Durst auf Bier haben













Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

(01) Anreise

(02) Teth - Valbona